«The Supply Chain Stuff is really tricky»
Elon Musk

Ausgewähltes Fachwissen, welches die Komplexität von Supply Chain, Operations und Nachhaltigkeitsmanagement verständlich darlegt.

Supply Chain Management11. Juli 20226 Trends im Supply Chain Management

Seit die Lieferketten mit dem Beginn der Pandemie aus den Fugen geraten sind, hat sich die Situation eher verschärft als entspannt. Ein wesentlicher Anteil daran haben sicherlich die tragischen Umstände in der Ukraine mit all ihren Folgen. Dennoch: Es war seit Jahren klar erkennbar, dass die Fragilität der Lieferketten zugenommen hat. Getrieben von kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen, wurde der Risiko-Abwägung zu wenig Beachtung geschenkt.

Es ist also kein Ding der Unmöglichkeit, besser auf die Trends im Supply Chain Management vorbereitet zu sein, als dies viele Unternehmen waren. Und teilweise immer noch sind. Zugegeben, bei jedem Trend entstehen Wechselwirkungen, welche oft nicht vorhersehbar sind und Ihre Lieferketten mehr oder weniger stark beeinflussen. Ob und wie gross die Auswirkungen sind. Und wie Sie sich darauf vorbereiten können, ist sehr individuell und im Einzelfall zu prüfen. Fakt ist: Wenn Sie Ihr Supply Chain Risikomanagement korrekt umsetzen, erkennen Sie die Trends und sind dadurch besser darauf vorbereitet.

 

Diese 6 Trends beeinflussen Ihr Supply Chain Management

 

Trend 1: Fachkräftemangel

Unternehmen müssen Umdenken und Ihre Entscheidungen den gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen, sowie dem Arbeitsmarkt anpassen. Ob Arbeits- und Ablauforganisation, Führungsstil oder Robotik. Die Art und Weise, wie wir in der Vergangenheit an das Thema Arbeit und Führung herangegangen sind, wird in Zukunft nicht mehr erfolgreich sein.

 

Trend 2: Echtzeit-Information

Die Bedeutung von Transparenz in den Lieferketten wird weiter zunehmen. Nicht zu wissen, welche Ware wo ist und wann sie eintreffen wird, führt zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil und verunmöglicht eine erfolgreiche Umsetzung von Just-in-Time, oder zumindest Ansätze davon. Der Schlüssel liegt in der unmittelbaren Verfügbarkeit von Daten der Logistik-Partner.

 

Trend 3: Diversifikation

Die Hersteller müssen in der Lage sein, ihre Rohstoffe über andere, bereits entwickelten Beziehungen zu beziehen. Dies bringt zwar zusätzliche Komplexität im Lieferantenmanagement und der Datenverarbeitung. Doch ein reaktionsfähiges Lieferantennetz zu verwalten und zu pflegen führt zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Und dazu, lieferfähig zu bleiben. Dadurch eröffnen sich neue Wachstumschancen.

 

Trend 4: Resilienz

Auf alle Szenarien vorbereitet zu sein, ist schlicht unmöglich. Aber durch eine aktive, partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten entlang der eigenen Lieferkette und der damit einhergehenden Transparenz, verstärkt sich auch die Resilienz der Lieferketten. Wenn alle Beteiligten auf dieselben Daten zugreifen können, verringert das auch den Bedarf an ständigem Austausch und erhöht die Effizienz.

 

Trend 5: Nachhaltigkeit

Kunden und Verbraucher nehmen die Unternehmen stärker in die Pflicht, Ihre Verantwortung wahr zu nehmen (Corporate Responsibility). Die Lieferketten sind dabei vermehrt im Fokus und die Bedeutung von kurzen, ressourcenschonenden Warenflüssen nimmt zu. Die gestiegenen Lohn- und Energiekosten sowie höhere Frachtgebühren unterstützen diesen Effekt aus wirtschaftlicher Sicht.

 

Trend 6: Kontinuierliche Verbesserung

Mit steigenden Kosten in der Beschaffung und des zunehmenden Arbeitskräftemangels wird es für Unternehmen immer wichtiger, neue und innovative Wege zur Optimierung ihrer Prozesse zu gehen. Meist kann zuvor aber bereits mit wenig Aufwand, viel erreicht werden. Die kontinuierliche Verbesserung – eines der wichtigsten Elemente des Lean Managements – hilft Unternehmen, brachliegende Potenziale zu identifizieren und umzusetzen. Verschwendung und Ineffizienzen sind meist noch viel zu hoch und können oft mit einfachen Mittel reduziert werden.

 

Fazit

Die Herausforderungen entlang den Lieferketten werden nicht weniger, und schon gar nicht weniger komplex. Solch eine Disruption der globalen Lieferketten konnte nicht vorausgesagt werden. Und doch sind diese Trends keineswegs neu. Unternehmen, welche diese Entwicklungen bereits vor einigen Jahren antizipiert hatten, sind nun wesentlich besser positioniert und gehen dadurch gestärkt in die Zukunft.

Sie wünschen sich eine unvoreingenommene Zweitmeinung bezüglich Ihrem Supply Chain Management? Dann sollten wir uns kennen lernen!